Neben den forstlichen Ausbildungsstätten (FAST) Traunkirchen, Pichl und Ossiach besteht auch in Salzburg die Möglichkeit, die „klassische“ Ausbildung zum/zur Forstwirtschaftsmeister/in zu besuchen. Bis dato war diese Ausbildung „nur“ als Aufbaulehrgang auf eine abgeschlossene Landwirtschaftsmeisterausbildung konzipiert. Die Lehrlings- und Fachausbildungsstelle Salzburg bietet diesen 2-jährigen Lehrgang im Holztechnikum Kuchl an. Die Praxisflächen für die Waldarbeit sind nahegelegen im Tennengau und Flachgau. Kooperationspartner sind die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer, die Trainer der Österreichischen Bundesforste und Experten der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen.

Die Meisterausbildung vermittelt die Kompetenzen für eine erfolgreiche Betriebsführung und ist die höchste Stufe der beruflichen Ausbildung in der Land- und Forstwirtschaft.

Zielgruppe
Vor allem Forstfacharbeiterinnen und Forstfacharbeiter sind angesprochen. WaldbesitzerInnen und Waldbauern, sowie alle Interessentinnen und Interessenten mit erfüllter Zulassungsbedingung sind zur Anmeldung herzlich eingeladen. Ein besonderer Appell an alle Absolventinnen und Absolventen der Landwirtschaftlichen Fachschulen! Finanzieller Ansporn ist der Meisterbonus für alle Hofübernehmerinnen und Hofübernehmer.

Ausbildungsinhalte
Der Aufbau ist für alle land-und forstwirtschaftlichen Meisterausbildungen österreichweit einheitlich. Die Meisterausbildung gliedert sich in einen allgemeinen Teil und in die berufsspezifische Fachausbildung. Gesamt dauert die Ausbildung zwei Wintersemester von Oktober bis März. Beide Ausbildungsteile dauern rund fünf Wochen. Die Tageskurse finden geblockt statt, sodass die Ausbildung auch berufsbegleitend möglich ist.

Der erste Ausbildungsteil beinhaltet das Module Betriebs- und Unternehmensführung mit 80 Unterrichtseinheiten. Der Ausbilderlehrgang sowie Recht und Agrarpolitik sind zusammen auch 80 Unterrichtseinheiten. Grundlagen der Maschinen- und Gerätekunde bilden den technischen Teil im ersten Semester. Informationen aus dem Einforstungsverband und der Wildbach- und Lawinenverbauung runden den ersten Ausbildungsteil ab. Die einjährige landwirtschaftliche Buchhaltung bildet die Hausarbeit für die TeilnehmerInnen. Abgeschlossen wird der erste Ausbildungsteil durch eine mündliche Teilprüfung Ende Februar 2020.
Im Herbst 2020 startet der zweite Ausbildungsteil mit den fachspezifischen Modulen. Von der Wildökologie bis hin zur Holzausformung am Lagerplatz ist die Palette breit gefächert. Neben forstlicher Produktion im Theorieunterricht ist die praktische Waldarbeit fixer Bestandteil der Ausbildung. Adjustiert mit persönlicher Schutzausrüstung und dem nötigen Kleinwerkzeug sind zwölf Praxistage zu meistern. Schwach- und Starkholzbestände werden fachgerecht ausgezeigt und in Kleingruppen bearbeitet. Dabei werden sicherheitsrelevante Aspekte besprochen und Fälltechniken trainiert. Der sichere Umgang mit Motorsäge und Forstmaschinen steht an oberster Stelle. Mit einem Kleinseilgerät vor Ort werden Ernteverfahren vorgeführt. Zur Ausbildung gehört auch die Erstellung eines forstlichen Bewirtschaftungskonzeptes. Die kommissionelle Meisterendprüfung findet im April 2021 statt.

Meisterarbeit Waldwirtschaftsplan
Für diese Hausarbeit ist eine Waldausstattung von mindestens 8 ha erforderlich. Die Waldflächen müssen nicht in Besitz der KursteilnehmerInnen oder Betriebsangehörigen sein. Angehende ForstwirtschaftsmeisterInnen sollen den Wald nachhaltig bewirtschaften können. Nötige Maßnahmen zur Verbesserung der Stabilität und Qualität des Waldes werden sowohl im Theorieunterricht als auch in der Praxis aufgezeigt. Alle Forstflächen des Betriebes werden erfasst.
Bei den Aufnahmen im Wald werden für jeden Bestand der Holzvorrat, der Baumartenanteil, der Bestockungsgrad, der jährliche Zuwachs und viele weitere Daten erhoben. Nach Abschluss der Außenaufnahmen werden die Daten ausgewertet und betriebliche Kenndaten errechnet. Daraus wird der Nutzungsplan abgeleitet und der Hiebsatz festgesetzt. Der Hiebsatz ist jene Holzmenge, welche in der Durchforstung und in der Endnutzung jährlich im Durchschnitt geschlägert werden soll.
In der Übersichtskarte werden die einzelnen Waldbestände eingezeichnet und ihrem Alter entsprechend eingefärbt. Die waldbauliche Planung mit der Festlegung der durchzuführenden Maßnahmen und deren Dringlichkeit wird gezielt vorgenommen. Neben waldbaulichen Zielen werden auch betriebswirtschaftliche Ziele für die nächsten zehn Jahre festgelegt. Die Hausarbeit ist für alle TeilnehmerInnen verpflichtend zu erstellen und ist nach dem zweiten Ausbildungsteil in ausgedruckter Form abzugeben.
Alle notwendigen Unterlagen dazu werden im Unterricht ausführlich besprochen!

3 WEGE ZUR MEISTERINNENAUSBILDUNG IN DER FORSTWIRTSCHAFT
Die Ausbildung zum Meister in den land- und forstwirtschaftlichen Berufen ist im land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz auf Bundesebene und in der Salzburger land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsordnung geregelt.

Nach der Forstfacharbeiterprüfung:

  • 3 Jahre praktische Tätigkeit in der Forstwirtschaft
  • Vollendung des 20. Lebensjahres
  • Besuch des Vorbereitungslehrganges

Für Nebenerwerbslandwirte:

  • Führung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes im Nebenerwerb über mindestens 3 Jahre
  • Vollendung des 24. Lebensjahres (bei Endprüfung!)
  • Besuch des Vorbereitungslehrganges

Nachsicht der LR Salzburg:

  • Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht
  • 7 Jahre praktische Tätigkeit
  • Besuch des Vorbereitungslehrganges

Kurstermine 1. Ausbildungsteil:
06.11. – 09.11.2019
18.11. – 23.11.2019
09.12. – 14.12.2019
07.01. – 11.01.2020
03.02. – 08.02.2020

Kurskosten gesamt EUR 3.000,- exkl. Prüfungs- und Skripten Gebühren
Zuschuss über Bildungsscheck des Landes möglich.

Anmeldeschluss: Freitag, 11.10.2019
Mindestteilnehmerzahl: 15

Informationen zur Ausbildung und Anmeldung bei der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle Salzburg unter 0662 641248 – 361 oder per Mail unter lfa@lk-salzburg.at Anmeldeformular