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Elisabeth Temmel – Steiermarks "Beste Meisterin Gartenbau 2015"

Elisabeth Temmel schloss die MeisterInnenausbildung in der Sparte Gartenbau mit einem Notenschnitt von 1,0 und überzeugte darüber hinaus mit ihrer MeisterInnenarbeit zum Thema "Gezielter Nützlingseinsatz im Zierpflanzenbau". Die 23-jährige Meisterin stellte sich den Interviewfragen der LFA und ARGE MeisterInnen.

Frisch geprüfte Meisterin für die Versuchsstation Wies

Interview_TemmelElisabeht_1.JPG © ArchivGrößer Elisabeth Temmel arbeitet seit 2008 in der Versuchsstation für Spezialkulturen in Wies. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehre im Jahr 2011 startete die 23-jährige Deutschlandsbergerin 2012 mit der MeisterInnenausbildung. Im Frühjahr 2015 legte Sie die MeisterInnenprüfung mit einem Notenschnitt von 1,0 ab und überzeugte mit ihrer MeisterInnenarbeit zum Thema "Gezielter Nützlingseinsatz im Zierpflanzenbau". Die Versuchsstation Wies beschäftigt 17 MitarbeiterInnen und führt auf 4,5 ha Freilandfläche und 2.500 m² Glashausfläche diverse Versuchstätigkeiten durch. Der Schwerpunkt liegt im Bereich von Zierpflanzenversuchen, Biolandbau sowie Kräuteranbau.

Elisabeth Temmel - die beste Meisterin Gartenbau 2015 im Interview

MB_BesteMeisterin_TemmelElisabeth_2015.jpg © ArchivGrößer ARGE: Wie bist du auf den Beruf "Gärtnerin" gekommen?
Elisabeth: Bereits in der Hauptschule hab ich die Schnuppertage im Versuchszentrum Wies absolviert. Danach in der Fachschule Burgstall hab ich dann nochmals ein Praktikum in Wies gemacht und wie ich erfahren habe, dass in Wies Lehrlinge aufgenommen werden, hab ich mich beworben und 2008 als Lehrling begonnen. Und da ich gerne in der Natur bin hat das ideal gepasst.

ARGE: Wie bist du dann zur MeisterInnenausbildung gekommen?
Elisabeth: Nach der Lehrabschlussprüfung im Jahr 2011 hab ich mir gedacht, dass es das allein fachlich noch nicht gewesen sein kann. Dann hab ich begonnen mich über die MeisterInnenausbildung zu informieren. Und als ich erfahren habe, dass ein neuer Kurs gestartet wird, hab ich mich gleich angemeldet und im Herbst 2012 ging´s im Steiermarkhof los.

ARGE: Was hat dir im MeisterInnenkurs besonders gut gefallen?
Elisabeth: Besonders interessant waren die Fachteile im zweiten und dritten Ausbildungswinter. Bei den Exkursionen bekamen wir tiefe Einblicke in richtig gute Betriebe. In der Ausbildung selbst waren vor allem die Wahlfächer Zierpflanzenbau und Blumenbinderei hochinteressant. Wovon ich auch sehr profitiert hab, war der Austausch mit den KurskollegInnen untereinander.

ARGE: Was hat sich seit dem Abschluss der MeisterInnenausbildung geändert?
Elisabeth: Wenn Klaus Wenzel, unser Gartenbaumeister, nicht da ist, dann darf ich ihn teilweise vertreten und bin auch Ansprechpartnerin für die Lehrlinge und FacharbeiterInnen. Was mir aufgefallen ist, dass man von den KollegInnen viel öfter fachliche Dinge gefragt wird und damit auch eine gewisse Verantwortung hat.

ARGE: Gab es irgendein besonderes Highlight, dass dir bei der MeisterInnenausbildung besonders in Erinnerung bleiben wird?
Elisabeth: Im ersten Ausbildungsjahr wurden wir in Gruppen eingeteilt und mussten selbstständig über den Sommer die Betriebe gegenseitig besuchen und selbst eine Führung machen. Da einen Termin zu finden, der für alle passte war eine sehr anstrengende Sache aber dafür war es sehr interessant, die Betriebe der anderen KurskollegInnen kennen zu lernen.

ARGE: Wo könnte in der MeisterInnenausbildung etwas verändert werden?
Elisabeth: Ich würde mir bereits ganz am Beginn der Ausbildung diverse fachliche Inhalte wünschen. Die allgemeinen Inhalte (Anmerkung: Betriebswirtschaft, Recht, Ausbilderlehrgang) könnte man auf alle drei Ausbildungswinter aufteilen und nicht alles im ersten Jahr abhalten.

ARGE: Ist das Thema "Weiterbildung" für dich nun erledigt?
Elisabeth: Nein, ganz und gar nicht. Ich bin ja noch jung und will natürlich noch einiges dazu lernen. Gerade der Bereich "Gemüsebau" interessiert mich. Da könnte ich mir gut vorstellen, das dreiwöchige Gemüsebaumodul in der neuen Gartenbau-MeisterInnenausbildung zu absolvieren.

ARGE: Welche beruflichen Ziele hast du noch?
Elisabeth: Oberstes Ziel wäre es, dass ich jetzt wieder eine Vollanstellung in Wies bekomme. Derzeit bin ich für 25 Stunden als Karenzvertretung beschäftigt. Interessant wäre es auch zukünftig im Nebenerwerb Gemüse und Kräuter anzubauen und zu vermarkten.

ARGE: Was machst du in deiner Freizeit?
Elisabeth: Ich bin gerne in der Natur unterwegs und treibe Sport, vor allem Radfahren und Laufen. Am elterlichen Betrieb, den mein Bruder übernehmen wird, arbeite ich auch gerne und viel mit. Und die restliche Zeit helfe ich auch bei der Landjugend bzw. in der Pfarre.
30.07.2015