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Beste steirische Meisterin Obstbau & Obstverwertung 2013

Die 28-jährige Karin Lafer aus Rohr (Feldbach) wurde zur besten steirischen Obstbau-Meisterin des Jahres 2013 gewählt. Im Interview mit der ARGE MeisterInnen erzählt die junge Vollblut-Obstbäuerin über ihre Motivation, ihre Verbesserungsvorschläge und ihre Zukunftspläne.

Heimischer Obstbau in professionellen Händen

Obstbau_Meisterin_LaferKarin_2013 (1).jpg © ArchivGrößer Karin Lafer aus Rohr (Feldbach) absolvierte im Jahr 2013 die MeisterInnenausbildung Obstbau und Obstverwertung als BESTE MEISTERIN ihres Abschlussjahrganges. Die junge Oststeirerin übernahm im Vorjahr den 13,5 ha Obstbaubetrieb von ihren Eltern. Der Betrieb hat sich auf Apfelanbau mit den Sorten Gala, Golden Delicious, Evelina und Braeburn spezialisiert und vermarktet die Produktion an Obst Leopold. Ihr ehrenamtliches Engagement in der Pfarre, der Jungschar und im Gemeinderat hat die junge Vollblut-Obstbäuerin vorübergehend zurück geschraubt, um sich in den nächsten Jahren voll auf den Betrieb zu konzentrieren. In ihrer Freizeit ist sie entweder sportlich beim Walken und Laufen aktiv oder vertieft sich in ein Buch.

"Clubsorten" als eine Chance für den heimischen Obstbau

Obstbau_Meisterin_LaferKarin_2013 (2).JPG © ArchivGrößer ARGE: Wie fiel für dich der Entschluss, die MeisterInnenausbildung zu machen?
Karin: Die MeisterInnenausbildung war für mich nach dem Abschluss der Obstbaufachschule Wetzawinkel von Anfang an klar. Dann hat es eh einige Jahre gedauert bis ein Kurs zustande kam. Erfreulich ist, dass jetzt aufgrund des großen Interesses sogar zwei Kurse hintereinander starten.

ARGE: Was war das prägendste Erlebnis im Laufe deiner MeisterInnenausbildung?
Karin: Neben den umfassenden fachlichen Informationen war und ist auf alle Fälle die eingeschweißte Gemeinschaft prägend. Ich habe so viele interessante BerufskollegInnen kennen gelernt, wir haben gemeinsame Weihnachtsfeiern organisiert und treffen uns auch jetzt noch ab und zu. Von diesen Kontakten profitiert man weit über das Fachliche hinaus.

ARGE: Welche Bereiche der MeisterInnenausbildung helfen dir persönlich am Betrieb besonders?
Karin: Die breit gefächerte Ausbildung hilft mir sehr. Einerseits wurde einiges an Wissen von der Fachschule aufgefrischt und tiefergehende Kompetenzen darüber hinaus vermittelt. Gerade die betriebswirtschaftlichen Inhalte und das Verfassen der MeisterInnenarbeit haben mir für den Betrieb und für mich persönlich viel gebracht.

ARGE: Wo siehst du dich und deinen Betrieb in zehn Jahren?

Karin: Wir haben unsere Flächen nach der Trockenheit im Vorjahr großteils mit einer Bewässerung ausgestattet und sind damit zumindest auf klimatische Herausforderungen vorbereitet. Mein Ziel für die nächsten Jahre ist klar. Ich möchte unseren Betrieb qualitativ und ertragsmäßig weiterentwickeln. Gerade neue Clubsorten wie "Evelina" sehe ich als gute Chance für unseren Betrieb. Eine Flächenerweiterung, der Anbau anderer Obstsorten oder ein Einsteigen in die Verarbeitung steht für mich eher nicht zur Debatte.

ARGE: Welches Weiterentwicklungspotenzial siehst du für die MeisterInnenausbildung?
Karin: Die Ausbildung hat ein sehr gutes Niveau. Wichtig wäre es, diverse Ausbildungsinhalte noch stärker auf die jeweiligen Sparten abzustimmen. Da denke ich beispielsweise an die Betriebswirtschaft, an Marketing oder Marktkunde. Im Obstbaulichen könnte man durch unterschiedliche Wahlmodule den jeweiligen Bedürfnissen der Betriebe noch besser gerecht werden.

ARGE: Welche Chancen siehst du für den heimischen Obstbau?

Karin: Generell stehen für den Obstbau sicher gewissen Herausforderungen bevor. Immer höheren Kosten stehen meist niedrigere Erträge gegenüber und diverse Mitbewerber aus anderen Ländern können aufgrund anderer Gegebenheiten günstiger produzieren. Aber ich sehe der Zukunft trotzdem positiv entgegen und sehe für den heimischen Obstbau eine gute Zukunft.

Das Interview führte Franz Heuberger.
22.07.2014