Teilqualifikation als Chance beruflich Fuß zu fassen

Wenn junge Menschen trotz Einschränkungen erfolgreich sind

Berufswunsch trotz Einschränkungen realisieren

Mit der Teilqualifizierung ist es möglich, Jugendlichen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen, eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Oft kommt es zu Frustrationen, wenn Jugendliche mit Einschränkungen ihren Berufswunsch nicht verwirklichen können. Das Gefühl nicht gebraucht zu werden löst oft nachgelagerte persönliche Probleme aus.
Dass die Teilqualifikation gerade auch in der Pferdewirtschaft erfolgreich läuft, zeigt das Beispiel von Johannes Viehauser.
 

Pferde sind seine Leidenschaft

Johannes.jpg © ArchivGrößer Johannes aus Bad Gastein liebt Pferde. Sein Glück: in der Nachbarschaft existiert ein Reitclub, der bereit ist, Johannes als Teilqualifikant aufzunehmen. Johannes hatte schon in der Pflichtschule sonderpädagogischen Förderbedarf. So war für Johannes der Weg in eine "normale Lehrlingsausbildung" nicht möglich.

Wenn alle an einem Strang ziehen

Logo_Neba.png © ArchivGrößer





Die Ausbilder:

Kathrin und Jura Sivr-Keil betreiben einen Reitbetrieb im Gasteinertal. Beide sind  in der Pferdewirtschaft hoch spezialisiert ausgebildet und engagiert.
 
Die Berufsausbildungsassistenz (BAAS):

Für Jugendliche mit Einschränkungen bilden die Berufsausbildungassistenzen eine wichtige Verbindungsstelle. Kümmert sich die Assistenz ja schon im Vorfeld im sog. Clearing um die richtigen Schritte und Maßnahmen für ihre "Klienten". Zudem ist die BAAS auch während der gesamten Ausbildungszeit Ansprechpartner für den Auszubildenden. Gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb fixiert die BAAS auch die Inhalte der Ausbildung, also jene Teile des Berufsbildes, die der Jugendliche aufgrund seiner Einschränkungen im Stande ist zu erlernen.
 
Lehrlings- und Fachausbildungsstelle (LFA):
 
Die LFA kümmert sich um den rechtlichen Rahmen dieser Ausbildung und ist jederzeit bei Bedarf als Beratungspartner ansprechbar.


Die Prüfung zum Abschluss der Ausbildung

zufriedene Prüfungskommission © ArchivGrößer Am Ende jeder gesetzlichen Berufsausbildung steht eine Prüfung. So auch in der Teilqualifikation.
Grundlage der Prüfung sind jene Inhalte, die zu Beginn der Ausbildung gemeinsam fixiert worden sind. Sozusagen eine maßgeschneiderte Prüfungssituation, die den Schwerpunkt auf die praktischen Fertigkeiten legt. Bei dieser Prüfung, die ausschließlich auf dem Ausbildungsbetrieb statt findet, ist neben der Berufsausbildungsassistenz auch ein/e Fachmann/-frau aus dem jeweiligen Ausbildungsbereich. 
 
Daniela Schwaighofer, Chefin der Reitanlage Ployergut in Kleinarl und ausgebildete Pferdewirtin (Bildmitte) war für die fachlichen Inhalte der Prüfung zuständig.



Das beste kommt zum Schluss

Gemeinschaftsfoto_Viehauser © ArchivGrößer Johannes hat seine TQ-Prüfung hervorragend gemeistert! Trotzdem ist das eine große Herausforderung. 2 Stunden lang Rede und Antwort stehen, die praktischen Aufgaben lösen und zum Abschluss dann auch in der Reithalle sein reiterliches Können unter Beweis stellen - da gehört sehr viel Engagement dazu.



Er darf im Betrieb bleiben und wird weiterhin von Jura und Kathrin Sivr-Keil beschäftigt.
Wenn das kein Erfolg ist! Herzliche Gratulation!


Im Bild von links:
Prüferin Daniela Schwaighofer, Jura und Kathrin Sivr-Keil, Johannes und seine Betreuerin, Elisabeth Priglinger
Autor:
Redaktion Salzburg
16.04.2015